Österreichs Glücksspielgesetz-Reform schreitet voran: Eine detaillierte Betrachtung
09 Oktober 2026
Das österreichische Bundesministerium für Finanzen hat den Entwurf des Glücksspielreformgesetzes 2026 der Europäischen Kommission zur Prüfung vorgelegt, wodurch eine dreimonatige Stillhaltefrist ausgelöst wurde. Dies bedeutet, dass eine Verabschiedung erst möglich ist, nachdem die Kommission ihre Bewertung bis zum 4. November 2026 abgeschlossen hat. Diese Frist ermöglicht es dem österreichischen Nationalrat, sich anderen legislativen Prioritäten zu widmen, während mögliche EU-Rechtskonformitätsprüfungen gemäß Artikel 62 der Verordnung (EU) 2019/1150 anstehen.
Der Entwurf sieht Reformen für Österreichs Online-Glücksspielmarkt vor, die den Spielerschutz verbessern und gleichzeitig illegalem Glücksspiel entgegenwirken sollen. Er ersetzt das aktuelle Monopolsystem durch einen offenen Lizenzierungsrahmen. Die Beendigung des österreichischen Online-Glücksspielmonopols ab dem 4. August wird die regulatorische Landschaft wesentlich verändern und gibt den Beteiligten Zeit, sich auf die im Vorschlag skizzierten Änderungen vorzubereiten.
Ein einheitliches Selbstausschlussregister würde für Casinos, Spielautomaten und Online-Glücksspielplattformen gelten. Der Entwurf schreibt Einzahlungslimits für Online-Glücksspiele und Spielautomaten vor, mit strengeren Obergrenzen für Spieler im Alter von 18 bis 26 Jahren. Betreiber müssen 90-minütige Pausen für Spielautomatensitzungen einführen, während die Spielgeschwindigkeit und maximale Einsatzhöhen reduziert werden. Alle Spiele müssen wissenschaftliche Evaluierungen des Suchtrisikos durchlaufen.
Nicht autorisierte Online-Glücksspielanbieter, die österreichische Kunden bedienen, müssen ihre Tätigkeit bis zum 1. Januar 2027 einstellen, um sich für eine Lizenz zu qualifizieren. Anbieter, die dieser Pflicht nicht nachkommen, werden für 18 Monate von der Lizenzierung ausgeschlossen, wobei sich diese Frist nach 2030 auf 24 Monate verlängert. Lizenzbewerber müssen zunächst etwaige ausstehende Steuerschulden und Spielerschutzansprüche begleichen.
Der Vorschlag sieht die Vergabe von 13 Lizensen für stationäre Casinos vor und ermöglicht kombinierte Vergaben. Das Parlament hat dieser Regelung vorläufig zugestimmt, wobei offizielle Aufzeichnungen zeigen, dass der Gesetzesentwurf am 29. Juni 2026 in die Verfahren des Nationalrates einging, nachdem die Regierung ihn am 5. August 2026 vorgelegt hatte.
Zusammenfassend markiert der Entwurf des Glücksspielreformgesetzes 2026 eine tiefgreifende Transformation von Österreichs Glücksspielrahmen. Er bewirkt einen Übergang vom Monopol zum Lizenzwettbewerb, führt rigorose Spielerschutzmaßnahmen ein und verstärkt die Durchsetzung gegen illegale Betriebe. Der Gesetzgebungsprozess unterstreicht die Bedeutung dieser Reform, wobei der 4. November 2026 als entscheidendes Datum für ihren Fortschritt gilt.
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